EIPL-Temperaturstudie: Versandweg der Online-Apotheken über Paketdienste kann Wirksamkeit von Medikamenten gefährden

PRESSEINFORMATION - Stuttgart, 26. Juli 2017

Die EU-Richtlinie Good Distribution Practice (GDP) schreibt vor, dass Pharmazeutika gemäß Lagerbedingungen transportiert werden müssen – sprich in der vorgesehenen Temperaturklasse. Denn Medikamente können sonst schlimmstenfalls ihre Wirksamkeit verlieren. In einer Feldstudie hat das EIPL European Institute for Pharma Logistics getestet, ob der von Online-Apotheken gewählte Versandweg über herkömmliche Paketdienste den GDP-Vorgaben entspricht. EIPL bestellte hierzu im Januar/Februar 2017 verschiedene Medikamente online. Gleichzeitig versandte das Institut 100 Test-Päckchen mit Temperatur-Sensoren, verteilt auf die fünf von Online-Apotheken standardmäßig gewählten Paketdienstleister. Aufgrund der bewusst falsch angegebenen Empfänger wurden die Pakete als unzustellbar zurück an die EIPL GmbH gesendet. Auf diese Weise konnten die Temperaturbedingungen beim Transport über die Paketdienste nachvollzogen werden. Die Ergebnisse der Temperatur-Studie sind alarmierend: Erstens zeigte sich, dass auch temperatursensible Medikamente von den Online-Apotheken nur in normalen Versandkartons geliefert wurden – und damit unzureichend geschützt vor zu tiefen oder zu hohen Temperaturen. Zweitens verdeutlicht die Daten-Auswertung der mit Sensoren bestückten Päckchen, dass die Temperaturbedingungen in vielen Fällen nicht eingehalten werden können.